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Als ich mich für einen Sprachaufenthalt interessierte, die diversen Reisekataloge durchgeblättert und mich auf dem Internet informiert habe, ist immer wieder Malta aufgetaucht. Zuerst habe ich dieses Reiseziel immer wieder „verdrängt“, da ich gedacht habe, wie soll ich Englisch lernen an einem Ort wo auch das Maltesisch noch Landessprache ist?
Aber irgendwie hat mich der Gedanke an diese südliche Destination fasziniert und ich habe weitere Erkundigungen eingeholt: Diese haben ergeben, dass nicht nur die Sonne – sie soll nach Angaben des Tourismusamts 320 Tage scheinen – ein Plus für den Archipel ist. Auch ein grosses Sportangebot; Wassersport, Tennis, Golf, Klettern usw., ein pulsierendes Nachtleben und nicht zu vergessen, das Essen, sollen die Malteser von den Italienern und nicht den Briten übernommen haben.
Nach reichlicher Überlegung, habe ich mich für einen Sprachkurs an der Inlingua-Schule in Sliema angemeldet.
Bei der Ankunft wurde ich durch meine maltesischen Gasteltern herzlich empfangen. An den etwas eigenwilligen, herben Humor, wie auch die maltesische Aussprache (gar nicht „very British“) musste ich mich zuerst etwas gewöhnen, jedoch nicht an die maltesischen Speisen, welche von meiner „host mother“ Angela liebevoll zubereitet wurden. Am besten hat mir die „Timpana“, die maltesische Version der Lasagne gemundet. Aber auch der für uns fremd klingende „Fenek“, nichts anderes als Hase, gilt es nicht zu verachten. Die Kinder der Familie Joe und Marina belagerten mich etwas zu stark. Klar konnte ich so die Sprache immer wieder gebrauchen, jedoch sollte man bei der Buchung miteilen, ob man Kinder gerne hat. Vor allem sind die maltesischen Kinder wie deren Erwachsenen, äusserst temperamentvoll … Die Schule liegt inmitten von Sliema, einem der grössten Orte Maltas, ca. 15 Busminuten nördlich von der Hauptstadt gelegen. Gleich um die Ecke befinden sich gemütliche Restaurants, Bars, und Shopping-Malls. Nicht zu vergessen der bekannte Hafen von Sliema, von wo aus man einen herrlichen Blick nach Valletta geniessen kann oder eine Hafenrundfahrt durch den „Grand Harbour“ und „Marsamxett Harbour“ unternimmt. Am ersten Schultag wurde ein Einstufungstest abgelegt um in den richtigen Sprachlevel eingeteilt zu werden und ein Rundgang durch das Schulgebäude. Die Inlingua-Schule hat ca. 40 Klassenzimmer, eine Bibliothek, Computerzimmer und Cafeteria. Unsere Schule war bunt gemixt, vor allem Schüler aus den verschieden europäischen Ländern, aber lustigerweise auch welche aus Südamerika, wie auch immer die auf dieses kleine Eiland aufmerksam wurden. Die Lehrer waren ganz o.k. und erstaunlich gut ausgebildet – haben es immer wieder verstanden auch etwas Spass in den Unterricht zu bringen und sind gerne auch mal vom Thema abgewichen und uns über die Kultur und die Eigenheiten Maltas erzählt. Der Schulaufbau generell erinnert aber doch stark an das britische System, so wurde streng (auch durch verschiedene Lehrkräfte) Grammatik, Konversation, Vokabular etc. unterschieden. Die Schule hat täglich Aktivitäten wie Bowling, Kinoabende, Gozo-Ausflug usw. angeboten, an denen man fakultativ teilnehmen konnte. Meistens waren die Preise dafür etwas überteuert und ich habe es sowieso vorgezogen mit meinen Klassenkameraden im kleinen Rahmen was individuell zu unternehmen.
Unterm Strich muss ich doch sagen, der Sprachaufenthalt auf Malta hat sich gelohnt und meine anfängliche Skepsis ist schnell verflogen.
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