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Malta ist gut für…
… die Sinne. Das milde Klima mit über 300 Sonnentagen im Jahr sowie die kräftigen Farben der mediterranen Insellandschaft wirken sich positiv auf Stimmung und persönliches Wohlbefinden aus. Nicht umsonst greifen immer mehr Hotels diesen Effekt auf und werben mit Wellnessoasen, Massagen und Ayurveda-Kuren für noch mehr Wohlgefühl am Urlaubsort.
Böse Zungen könnten dies als kommerzialisierten Aufguss einer uralten Erfahrung bezeichnen: Denn seit je her scheint Malta Zufluchtsort für Heilsuchende, Stressgeplagte und Kranke gewesen zu sein.
Etliche Funde in den jungsteinzeitlichen Megalith-Tempeln auf Malta weisen darauf hin, dass die Insel bereits vor über 5000 Jahren eine Art Wallfahrtsort oder vielleicht sogar ein Zentrum zur Heilung von Krankheiten gewesen sein muss. Votivgaben stellen kranke und entstellte Menschen dar. Zudem wird angenommen, dass die berühmte „Venus von Malta“ - eine steinzeitliche Statue, die im Archäologischen Museum in Valletta ausgestellt ist - möglicherweise eine Priesterin in Trance zur Weissagung von Krankheiten darstellt.
Quellen belegen, dass Malta und Gozo auch bei den Römern als Orte der Rekonvaleszenz geschätzt wurden. Damals wie heute beschreiben zahlreiche Malta-Besucher ein Gefühl der „Heimkehr“ bei der Ankunft auf dem Inselarchipel. Besonders eindrücklich empfinden viele die Atmosphäre in den steinzeitlichen Tempelanlagen auf Malta und Gozo. Sie werden als „Orte der Kraft“ beschrieben, in denen sich die „eigenen Batterien“ wie von selbst „wieder aufzuladen“ scheinen.
Tatsächlich haben namhafte Geomanten starke Erdkräfte in den Tempelanlagen von Mnajdra, Hagar Qim, Ggantijja, Tarxien und im Hypogeum festgestellt. Es wird davon ausgegangen, dass die Tempel in Form, Proportion, Maß und Material derart angeordnet waren, dass sie sich mit ihrem jeweiligen Standort zu einem resonanzfähigen Organismus zusammen fügten. Durch den fortschreitenden Verfall und die teilweise unkorrekte Anordnung der Steine bei Renovierungsarbeiten soll die ursprüngliche bioenergetische Ausstrahlung jedoch stark beeinflusst worden sein.
Umso bemerkenswerter ist, dass sich auch in neueren Sakralbauten des christlichen Glaubens ähnliche Effekte nachweisen lassen. So zählt die Rotunda von Mosta beispielsweise zu den bedeutendsten Bauwerken geomantischer Baukunst überhaupt. Da in der traditionellen, maltesischen Architektur Zement nur sehr sparsam oder gar nicht verwendet wird, entsteht ein aus nur einem einzigen Material gebundener Bau, der einen einzigartigen Schwingungscharakter besitzt. Im Innenraum der Kirche haben Geomanten eine rechtszirkular ausgerichtete Radialkraft ausgemacht, die mit einem körperlichen Wohlbehagen in Zusammenhang gebracht wird: Rechtszirkulare Signale sollen Blockaden in den Meridianbahnen des Körpers aufheben können. Man „tankt positive Energie“.
Neuere geomantische Überlegungen gehen sogar soweit, dass der gesamte Inselarchipel Malta mit dem Körper einer liegenden Frau assoziiert wird. So wie die apsidenförmige Anordnung der steinzeitlichen Tempel ein Abbild des üppigen Leibes der Fruchtbarkeitsgöttin „Mater Magna“ zu sein scheint, soll die Anordnung der Tempel an sich ebenfalls bestimmte Körperteile der Göttin markieren. Demnach würden die Ggantija-Tempel auf Gozo den Scheitel repräsentieren, während das Hypogeum in Paola dem Uterus der „Mater Magna“ entsprechen würde.
Auch wenn diese Theorie etwas abenteuerlich erscheint, würde sie dennoch die große Anzahl an steinzeitlichen Tempeln auf Malta und Gozo erklären: Bei geschätzten 3000 Inselbewohnern war Malta mit seinen rund 40 steinzeitlichen Tempeln sicherlich mehr als überproportional gut versorgt. Auch könnten geomantische Schwingungen gegebenenfalls als Erklärung für den fest verankerten und noch immer gelebten Glauben der Malteser herhalten. Auf nur 316 Quadratkilometern Fläche finden sich heute 365 Gotteshäuser, von denen die Wallfahrtskirche „Ta´Pinu“ bei Gharb besonders hervor sticht: In Anbetracht hunderter Votivgaben mag man die heilende Wirkung des Glaubens kaum von der Hand weisen.
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