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Mitten in der Stadt liegt unter der Erde eine archäologische Sensation : Das Hypogeum. Diese aus dem dritten Jahrtausend stammende Ablage kann gewiss als faszinierendste Tempel-Anlage des Mittelmeers bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um die einzig vollständig erhaltene neolithische Tempelanlage Europas. Als Weltkulturerbe der Unesco zählt das Hypogeum zu den 50 wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Mittelmeerraumes.
Die Anlage wurde zufällig beim Bau eines Wohnhauses im Jahre 1902 entdeckt. Es handelt sich um eine dreigeschossige Höhle mit einer Tiefe von ca. 14 m. Auf rund 500 m2 Fläche befinden sich 33 Kammern, Hallen und Nischen.
Die Entdeckung des Höhlenlabyrinth wurde zunächst geheimgehalten. Erst im Jahre 1905 begann der maltesische Jesuitenpater Sir Zammit mit der wissenschaftlichen Erforschung der Tempelanlage. Ohne Aufzeichnungen über seine Arbeit hinterlassen zu haben verstarb er wenig später auf einer Missionsreise in Nordafrika.
Später fanden ächäologen in der Anlage rund 7000 Skelette. Da auch viele Einzelknochen gefunden wurden, schätzen die Experten, dass hier mindestens 28’000 bis 30’000 Menschen bestattet wurden.
An einigen Stellen sind an den Decken und Wänden noch Bemalungen zu erkennen.
In einigen Räumen wurden auch Altäre und für Trankopfer benötigte Öffnungen gefunden.
* Hypogeum bzw. Hypogäum - griechisch-lateinisch von griech. "hypo" (unter) und "gaia" (Erde), somit "das unter der Erde liegende" - ist ein unterirdischer Tempel.
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