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Bereits über der Südküste Siziliens setzt die Maschine zum Landeanflug auf Malta an. Kein Grund zur Beunruhigung, denn bis zum Luqa Airport sind es nur noch etwa hundert Kilometer. Bald schon taucht Gozo unter den Tragflächen auf, Maltas ländliche Schwesterinsel. Im schmalen Kanal zwischen den beiden ist das kleine Comino zu sehen und schliesslich die Hauptinsel Malta. Im Norden überwiegen zunächst die Felder, doch schon bald prägen nahtlos ineinander übergehende Dörfer und Städte das Bild. Die Häuser heben sich kaum von der Umgebung ab. Sie sind alle aus dem gleichen gelblichbraunen Stein erbaut, aus dem die Insel selbst besteht. Mächtige Kirchenkuppeln setzen markante Akzente. Landschaftlich bieten sich darüber hinaus für das Auge nur wenige Fixpunkte. Die Insel ist flach, ihr höchster Punkt liegt 257 Meter über dem Meeresspiegel. Sie steigt relativ sanft von Ost nach West an. Bergkegel und Fels- spitzen sind nicht auszumachen. Flüsse und Seen gibt es nicht. Auf dem Flughafen Luqa (gesprochen Lu A) wird der Besucher mit dem arabisch anmutenden Wort »Merhba« willkommen geheissen. Das mag manchem Urlauber erst jetzt bewusst machen, dass Malta seit 1964 ein unabhängiger Staat ist, der zwischen den Küsten Italiens, Tunesiens und Libyens ein politisches Eigenleben führt. Ein Blick auf Hinweistafeln zeigt ausserdem, dass die Malteser ihre eigene Sprache sprechen. Sie verwenden zwar lateinische Buchstaben, ihre Worte aber klingen arabisch. Kein Gast auf Malta freilich muss diese Sprache beherrschen. Über 150 Jahre waren die Briten Herren aus Malta und haben das Schulsystem mitgeprägt. Englisch spricht fast jeder.
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